Lage · Rheinhessen

Hölle

Lage und Einordnung

Die Hölle, auch Niersteiner Hölle genannt, ist eine gesetzlich eingetragene Einzellage im Sammelbereich Spiegelberg. Sie liegt im Weinbaubereich Nierstein innerhalb der Gemarkung Nierstein in Rheinhessen. Im Weinlagenverzeichnis trägt sie die Nummer 721007.

Topografie und Böden

Die rund 4,5 Hektar bestockte Rebfläche befindet sich auf etwa 90 bis 140 Metern Höhe und ist nach Osten ausgerichtet. Die Hangneigung reicht bis zu 30 Prozent; dadurch erhalten die Reben bereits am frühen Morgen Sonnenlicht. Der Oberboden besteht aus kalkhaltigem Löss beziehungsweise Pararendzina, einem tiefen, fruchtbaren und wasserhaltenden Lehmboden. Im Untergrund finden sich teilweise Kalkstein und Rendzina aus tertiären Meeresablagerungen, darunter ehemaliges kalkhaltiges Algenriffmaterial.

Rebsorten und Weinstile

In der Lage sind Riesling, Gewürztraminer, Grauburgunder, Weißburgunder, Spätburgunder und Cabernet Sauvignon dokumentiert. Belegte Hölle-Weine umfassen trockenen Weißen Burgunder, trockenen Chardonnay sowie trockenen Pinot Noir beziehungsweise Spätburgunder als Qualitätswein. Der Weiße Burgunder wird mit reifen Gelbfrucht- und Nussaromen, mineralischer Spannung und langem Nachhall beschrieben. Der Pinot Noir zeigt mineralische Noten, dunkle Beeren, Röstaromen, Cremigkeit und Struktur.

Bewirtschaftung und Ausbau

Für Hölle-Parzellen sind sorgfältige Handarbeit im Weinberg, selektive Handlese mit individuell abgestimmtem Erntezeitpunkt und eine schonende, reduzierte Reifung dokumentiert. Bei ausgewählten Weinen kommen Spontangärung, unfiltrierte Abfüllung und eine mindestens zehnmonatige Reife zum Einsatz. Der Hölle-Weiße-Burgunder wurde spontan im Stückfass vergoren und 15 Monate auf der Hefe ausgebaut; ein Hölle-Pinot-Noir durchlief eine spontane Maischegärung und reifte 24 Monate im Barrique.

Orte
Nierstein
Anbaugebiet
Rheinhessen

Ausgewählte Weine

Wein aus Nierstein