Lage und Abgrenzung
Barsac ist eine Gemeinde im französischen Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine und gehört zum Weinbaugebiet Bordeaux. Das Gebiet der Appellation Barsac entspricht der Gemeinde am linken Ufer der Garonne. Im Südosten trennt das Tal des Ciron Barsac von den übrigen Gemeinden der Appellation Sauternes, im Nordwesten markiert der Bach Saint-Cricq die Grenze zum Gebiet Graves.
Relief, Böden und Klima
Die Landschaft ist weitgehend flach und fällt vom Plateau auf etwa 20 Metern Höhe zur modernen Alluvialzone an der Garonne auf rund 5 Meter ab. Das Haut-Barsac-Plateau besteht aus zerklüftetem Astéries-Kalkstein, der von sandigem Kolluvium einer früheren Garonne-Terrasse bedeckt ist. Daraus entsteht eine etwa 40 bis 60 Zentimeter starke rote Bodenschicht. In den tieferen Lagen finden sich von der Garonne aus den Pyrenäen herantransportierte Kiesablagerungen mit warmen, gut drainierenden Böden.
Das Zusammentreffen der kälteren Wasser des Ciron mit der wärmeren Garonne begünstigt Herbstnebel. Sonnige Nachmittage und natürliche Belüftung können die Trauben anschließend wieder trocknen. Der Wechsel zwischen feuchten und trockenen Bedingungen schafft Voraussetzungen für Botrytis cinerea. Zum Landschaftsbild gehören außerdem kleine, von Mauern aus witterungsbeständigem Barsac-Kalkstein eingefasste Parzellen.
Appellation und Weinstil
Die Appellation Barsac wurde am 11. September 1936 erstmals anerkannt und ist für stille Weißweine reserviert. Zulässig sind Muscadelle, Sauvignon Blanc, Sauvignon Gris und Sémillon. Die Trauben werden überreif, von Edelfäule geprägt und in mehreren Durchgängen von Hand gelesen. Vorgeschrieben sind mindestens 6.500 Rebstöcke je Hektar; spezielle Mittel gegen Botrytis und eine vollständige chemische Unkrautbekämpfung sind nicht erlaubt.
Barsac-Weine sind süße stille Weißweine mit Restzucker, deren Herstellung auf Botrytisierung und Zuckerkonzentration beruht. Junge Weine werden als golden mit floralen und fruchtigen Aromen beschrieben. Mit der Reife können eine bernsteinfarbene Farbe sowie Anklänge an geröstete und kandierte Früchte, Zitrusfrüchte und Honig hinzukommen. Vinifikation und Ausbau müssen in einem geschlossenen, eigens dafür vorgesehenen Gebäude erfolgen; die Reife dauert mindestens bis zum 15. März des auf die Ernte folgenden Jahres. Barsac-Wein darf unter bestimmten Deklarationsvoraussetzungen auch als Sauternes vermarktet werden.
Geschichte und ausgewählte Weingüter
Der Weinbau im Gebiet Sauternes ist seit dem Mittelalter belegt. Der niederländische Handel im späten 16. und 17. Jahrhundert lenkte die Erzeugung stärker auf süße Weißweine mit Restzucker. In der Bordeaux-Klassifikation von 1855 wurden zehn Crus aus Barsac aufgenommen, darunter zwei Premiers Crus und acht Deuxièmes Crus.
Zu den klassifizierten Gütern zählt Château Coutet, das als Classified First Growth anerkannt wurde. Das Gut ist mit Sémillon, Sauvignon Blanc und Muscadelle bepflanzt; die Trauben werden zwischen September und November in mehreren Durchgängen von Hand gelesen, anschließend parzellenweise gepresst, in Fässern vergoren und vor der Assemblage ausgebaut. Château Climens ist seit 2010 als biodynamisch bewirtschaftetes, vollständig mit Sémillon bepflanztes Weingut dokumentiert und wurde 1855 als Premier Cru Classé eingestuft.