Geografische Lage
Die Weinlage Neroberg liegt am südlichen Ausläufer des Taunus oberhalb der Stadt
Wiesbaden im östlichen Rheingau. Die Reben stehen an den warmen, süd- bis südwestexponierten Hängen des Nerobergs bis in Höhen um etwa 240–245 m ü. NN. Die Hangneigung reicht von mittelsteil bis steil, mit guter Kaltluftabfuhr Richtung Stadt und Rhein.
Terroir
Der Untergrund wird von Taunusquarzit, Phyllit und schieferhaltigen Gesteinen geprägt. Darüber liegen je nach Parzelle Löss- und Lösslehmauflagen sowie sandig-steinige Lehmböden. Die steinigen Partien erwärmen sich rasch und begünstigen eine zügige Reife, während Lösslehm Wasser speichert und in trockenen Phasen die Versorgung stabilisiert. Die Kombination aus skelettreichen, gut drainierten Oberböden und nährstoffhaltigen Lössanteilen führt zu moderater Wuchskraft und ausgeprägter Traubenaromatik.
Klimatische Bedingungen
Der Taunus schirmt den Hang vor kühlen Nordwinden ab und schafft ein witterungsgünstiges, relativ trocken-warmes Mikroklima mit langer Vegetationsperiode. Die Südausrichtung maximiert die Einstrahlung, die städtische Lage erhöht die Wärmebilanz zusätzlich. Der Rhein in südlicher Richtung wirkt temperaturausgleichend. Die Hanglage reduziert Spätfrostgefahr und fördert gleichmäßige Ausreife.
Rebsorten und typische Charakteristik
Auf dem Neroberg ist Riesling die klar dominierende Rebsorte. Die Weine zeigen in der Regel reife Zitrus- und Steinfruchtnoten, kräuterwürzige Akzente und ausgeprägte, steinig geprägte Aromatik. Die Säure fällt straff bis lebhaft aus, getragen von der exponierten Lage und dem kühlen Einfluss des Höhenprofils. Trocken ausgebaute Rieslinge wirken präzise und salzig anmutend, frucht- und edelsüße Prädikatsweine profitieren von der langen Reifeperiode und der guten Balance aus Reife und Säure. In einzelnen Jahren wird auch Schaumwein (Riesling Sekt) erzeugt.