Lage und Weinregion
Jena liegt im mittleren Saaletal in Thüringen und gehört zur Weinbauregion Saale-Unstrut. Die Stadt befindet sich in einem Flusstal zwischen Muschelkalk- und Buntsandsteinhängen. Offiziell eingetragen sind der Jenaer Käuzchenberg in Zwätzen und der Jenaer Grafenberg in Kunitz.
Klima und Gelände
Jena liegt in einem vergleichsweise warmen und trockenen südostdeutschen Becken- und Hügellandklima. Für das angeführte Stadtgebiet wird eine mittlere Jahrestemperatur von etwa 8,9 bis 10,3 °C angegeben. Die Seitentäler und das Saaletal führen nächtliche Kaltluftströme, die dem Gelände folgen und angrenzende Bereiche durchlüften.
Die Saale-Unstrut-Region weist warme, trockene Sommer, kalte Winter, rund 1.600 Sonnenstunden und etwa 500 mm Jahresniederschlag auf. Winter- und Frühjahrsfröste zählen zu den wichtigen Risiken im Weinbau. Am Käuzchenberg ist die nach Norden und Süden ausgerichtete Weinberglage rund 35 Prozent geneigt; Muschelkalkterrassen regulieren die Wasserverfügbarkeit und speichern Sonnenwärme.
Geschichte und Bewirtschaftung
Der Weinbau im Raum Jena ist seit mehr als 800 Jahren belegt. Der heutige Käuzchenberg wurde zwischen 1926 und 1928 für die Landwirtschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena angelegt und bis 1953 als universitäre Lehr- und Versuchsanlage genutzt. Nach einer Aufgabe im Jahr 1963 wurde er ab 1976 wieder bepflanzt und nahm 1981 erneut die Produktion auf.
Bewirtschaftet wird der Käuzchenberg vom Weinberg Zwätzen e.V. mit 17 beteiligten Weinbauern. Die Ernte erfolgt zügig, die Trauben werden unmittelbar zur Verarbeitung gebracht. Eine Vorauswahl und das wiederholte Entfernen ungeeigneter Trauben dienen dabei der Qualitätssicherung in schwierigen Jahren.
Rebsorten und Weinstile
Am Käuzchenberg sind Müller-Thurgau, Weißburgunder, Blauer Portugieser und Dornfelder angepflanzt. Müller-Thurgau wird als leicht und fruchtig mit Muskatnote beschrieben, Weißburgunder als fruchtig, vollmundig und spritzig. Blauer Portugieser ist in der Regel leicht, mäßig farbintensiv und säurefrisch, während Dornfelder dunkelrot, fruchtig und vollmundig ausfällt.
Die weißen Trauben werden nacheinander gelesen, gepresst und abgefüllt. Die roten Sorten werden gemeinsam gelesen und als gemischter Most zu einer Cuvée verarbeitet.